Disziplinen & Regeln

Anders, als es den meisten Freizeitspielern aus dem Billardlokal bekannt ist, gibt es im Vereinsbillard verschiedene Disziplinen und ein umfangreiches Regelwerk. Im Lokal wird oft z. B. 8-Ball ohne Ansage von Kugeln und Taschen und 8 ins gegenüberliegende Loch der letzten Kugel gespielt. Vieles ist hier auch Vereinbarungssache, was zu der ein oder anderen Diskussion führt.

Im Vereinsbillard sind die meisten Disziplinen sog. Ansagespiele (Ausnahme 9-Ball). D. h. Kugel und Tasche müssen angesagt werden. Im Regelwerk sind nahezu alle Spielsituationen (z. B. Was ist ein Foul?) klar definiert. Im Ligaspielbetrieb ist sogar eine Kleiderordnung vorhanden.

Die Disziplinen

Es werden vier Disziplinen gespielt, die einen sehr unterschiedlichen Charakter haben.
 

8-Ball

Der Klassiker - und den meisten Spielern bekannt - ist 8-Ball, ein Ansagespiel. Kugel und Taschen müssen angesagt werden. Das gilt auch für die 8! Im Gegensatz zum "Kneipenbillard" gibt es noch einen weiteren entscheidenden Unterschied beim Anstoß. Fällt beim Anstoß eine Kugel, ist der Spieler zunächst nur weiter spielberechtigt. Erst die nächste angesagte und korrekt versenkte Kugel entscheidet, ob volle oder halbe Kugeln gespielt werden. Der Grund dafür liegt darin, dass ein gewonnener Anstoß kein Nachteil sein darf. So kann sich der Spieler z. B. für die halben Kugeln entscheiden, obwohl beim Anstoß eine volle Kugel gefallen ist. Dies wird er tun, wenn er der Ansicht ist, dass die halben Kugeln besser liegen. Das maximale Ziel des Spielers ist immer, seine Serie und die 8 in einer Aufnahme zu versenken.
Weitere Details in den Regeln
 

9-Ball

Ein rasantes und temporeiches Spiel!
Gerade deshalb ist 9-Ball die Disziplin, die die größte Aufmerksamkeit in den Medien erfährt. 9-Ball ist die berühmte Ausnahme von der Regel, nämlich kein Ansagespiel. Die Regeln sind einfach. Es werden 9 Kugeln in einer Raute aufgebaut, es muss immer die kleinste Kugel zuerst gespielt werden. Also erst 1 dann 2 usw. 9-Ball ist gnadenlos! Wer die 9 versenkt gewinnt das Spiel. Das macht den besonderen Reiz aus. Versenkt ein Spieler alle Kugeln von 1 bis 8 und lässt dem Gegner die 9 liegen, die dieser dann versenkt, so hat er verloren. Zusätzlich spektakulär sind die sog. Kombinationen: Spielt ein Spieler die 1 auf die 9 und versenkt diese, so hat er bereits gewonnen. Läuft die weiße Kugel nach dem Kontakt mit der kleinsten Kugel auf die 9 und versenkt diese, so ist das Spiel ebenfalls gewonnen.
Weitere Details in den Regeln
 

10-Ball

Als jüngste Disziplin stellt 10-Ball eine Mischung aus 8- und 9-Ball dar. Aufgebaut werden 10 Kugeln in einem Dreieck. Analog zum 9-Ball gewinnt hier der Spieler, der die 10 versenkt. Aber, 10-Ball ist ein Ansagespiel. Tasche und Kugel müssen angesagt werden, Zufallstreffer gibt es nicht. Versehentlich mit versenkte Kugeln bleiben zwar in der Tasche, der Spieler bleibt aber nur am Tisch, wenn er die angesagte Kugel korrekt versenkt. Ein vorzeitiges Versenken der 10 - z. B. durch eine Kombination - führt nicht zum Spielgewinn! Die 10 wird solange wieder auf dem Fußpunkt aufgebaut, bis sie an der Reihe ist. Dennoch ist eine angesagte Kombination auf die 10 erlaubt und der Spieler ist weiter am Tisch.
Weitere Details in den Regeln

 

In den USA auch Straight Pool genannt, spielt man hier auf alle Kugeln. Eine Unterscheidung zwischen halben und vollen Kugeln gibt es nicht. Es ist ein Ansage- und Zählspiel, bei dem das sog. Ausspielziel vorher definiert wird (z. B. Bundesliga 125 Kugeln). Wer also zuerst die vorgegebene Anzahl von Kugeln versenkt hat, gewinnt das Spiel. Hier werden alle 15 Kugeln im Dreieck aufgebaut. Es ist ein sehr taktisches Spiel, bei dem durchaus ein gewisser Druck für die Spieler entsteht. Verschießt man eine Kugel, so kann der Gegner nun auf alle Kugeln spielen. Auf Topniveau kann 1 Fehler schon den Spielverlust bedeuten, da der Gegner nun z. B. 125 Kugeln hintereinander versenkt und man nicht mehr an den Tisch kommt. Das ist auch der Grund, warum es hier häufig zu Sicherheitsduellen, sog. Safety-Battles kommt.

Wie kann man eine hohe Serie spielen, wenn nur 15 Kugeln auf dem Tisch sind?

Eine besondere Bedeutung kommt hier dem sog. Break zu. Nachdem ein Spieler 14 Kugeln versenkt hat, werden diese ohne Spitze wieder im Dreieck aufgebaut. Der Spieler sollte die letzte Kugel seiner vorhergehenden Serie so gewählt und die weiße Kugel so positioniert haben, dass er nun durch das Versenken der 15. Kugel mit der weißen Kugel das Dreieck wieder aufbricht, um weiter spielen zu können. Ein besonders heikler Stoß - versenkt man die Kugel nicht, öffnet man das Rack für den Gegner!

 

Deutsche Billard-Union. - Spielregeln Pool - Stand 07/2016

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